Workshops

Juni:  Passau
Mai.:  bei Berlin
        ...

Herz- und Kreislaufsystem

Herz- und Kreislaufsystem / Blutdruck

An den Zellzwischenraum mit seiner Flüssigkeit schließen sich Kapillargefäße des Blutkreislaufs an. Durch die dünne Wand (einschichtiges, einreihiges Plattenepitel) der winzig kleinen Haargefäße kann ein Stoff- und Gasaustausch stattfinden. Auf diese Weise werden die Zellen versorgt und Stoffe und Gase ab- bzw. weitertransportiert. Um das Blut bis in diese feinen Haargefäße zu bringen, die den größten Teil des Körpers durchziehen, muß in den Arterien ein bestimmter Druck herrschen. Dieser wird auf komplizierte Weise gesteuert und den wechselnden Bedingungen und Anforderungen angepaßt. Dazu gibt es in den Wänden der Arterien druckempfindliche Sinneszellen (Rezeptoren), die Veränderungen an das Gehirn als Impulse senden. Der Blutdruck kann kurz- (nervengesteuerte Gefäßveränderung), mittel- (hormonelle Gefäßveränderung) und langfristig (Nieren) reguliert werden.

Zum Abtransport gehen die Kapillargefäße in immer größer werdende Venen über, die das Blut zum Herzen führen. Der Blutdruck ist hier deutlich niedriger als in den Arterien. Durch Venenklappen in vielen der größeren Venen wird ein Zurückströmen des Blutes verhindert.

Das System der Blutgefäße ist in sich geschlossen. Die wichtigsten Durchgangsstellen sind das Herz für den pulsierenden Blutdruck, die Lunge für den Gasaustausch, die Nieren um den Harn abzupressen, Darm und Leber für die Anreicherung mit Nährstoffen und die Botenstoffe abgebenden endokrinen Drüsen.

Das venöse Blut aus den Kapillargefäßen kommt schließlich in die rechte Herzkammer und von dort in die Arterien des Lungenkreislaufs. In den Kapillargefäßen der Lungenbläschen wird CO2 vermindert und Sauerstoff angereichert. Von dort fließt es über die Venen des Lungenkreislaufs in die linke Herzkammer und aus dieser wieder mit entsprechendem Druck über die sich immer mehr verzweigenden Arterien in die Kapillargefäße des ganzen Körpers.

Das Herz liegt über dem Zwerchfell zwischen den beiden Lungenflügeln. Die durch die Herzscheidewand getrennten Hälften haben jeweils einen Vorhof, in den die Venen müden und eine Kammer, von der die Arterien fortführen. Im Herzbeutel, der nach unten mit dem Zwerchfell verwachsen ist, kann es sich ohne Reibung bewegen, da zwischen seinen beiden Schichten ein Hohlraum mit einer Flüssigkeit ist.

Der von den Herzkranzgefäßen versorgte Herzmuskel drückt durch Kontraktion das Blut in die Arterien. Seine quergestreifte, autonome Muskulatur wird von einem eigenem Reizleitungssystem angesteuert. Vier Klappen wirken im Herz als Ventile und verhindern einen Rückstrom des Blutes in die falsche Richtung. Da von der linke Herzkammer das Blut bis in die äußersten Stellen des Körpers kommen muß, ist sie kräftiger gebaut.

Das Pumpen geschieht im Wechsel von Systole und Diastole (Ausstoßen und Ansaugen) mit durchschnittlich 70 Schlägen pro Minute.

Das Blut besteht zu mehr als die Hälfte aus Blutplasma (90% Wasser), in dem die Zellen schwimmen. Das Blutplasma ist Transportmedium für Glukose, Lipide, Hormone, Stoffwechselendprodukte, Kohlendioxid und Sauerstoff.

Weniger als die Hälfte sind rote Blutkörperchen, die im roten Knochenmark gebildet werden. Sie transportieren O2 und CO2.

Von den weißen Blutkörperchen zirkulieren nur 5% im Blut, der Rest ist im Bindegewebe und in den lymphatischen Organen. Sie können sich selbständig bewegen und dienen hauptsächlich der Abwehr.

Blutplättchen stehen für die Blutgerinnung zum Verschließen von Wunden zur Verfügung.

Außerdem hat das Blut noch Funktionen im Wärme- und ph-Werthaushalt des Körpers.