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Ujjayi-Atmung

Verlangsamtes Ausatmen und die Atempause nach dem verlangsamten Ausatmen überwinden die Schwerfälligkeit des Geistes. Yoga ist ein Prozess, der innere Blockaden löst.
(Yoga Sutra I.34)

Die Schwerfälligkeit des Geistes überwinden bedeutet, dass die Gedanken zur Ruhe kommen.

Den Atem langsam und gleichmäßig durch die Nase aushauchen.

Dies wird möglich durch ein feinfühliges Zusammenziehen des Atemweges im unteren Halsbereich.

Dabei entsteht in diesem Bereich ein feiner Ton, an dem man hören kann, ob die Atmung gleichmäßig und fein bleibt oder grob und erzwungen ist. Lasse nur so viel Luft ausströmen, dass es zu keiner Verspannung im Hals- und Mundbereich kommt und die Einheitlichkeit der Bewegung im Bauch und Hals spürbar wird. In den ersten Sekunden des Ausatmens sollte nicht zu viel Luft ausströmen, dann wird ein langsameres Ausatmen möglich. Das verlängerte Ausatmen ist beendet, wenn es nicht mehr gleichmäßig und in Begleitung des feinen Tons erfolgt. Mit etwas Übung wird es gelingen, so vollständig auszuatmen, dass sich die Bauchdecke durch die Atmung weit zurückbewegt. Diese Bewegung, die nicht durch muskuläre Anstrengung, sondern durch die tiefe Ausatmung verursacht wird, löst innere Blockaden. Um die Restluft auszuatmen, solltest du am Ende der Ausatmung ein wenig nachhelfen, indem du die Bauchdecke langsam zurückbewegst - ohne zu pressen oder zu drücken.

Die Yogaschriften lehren, dass der untere Teil des Bauchbereichs der Sitz aller Unreinheiten - genannt Mala - ist. Alle körperlichen Schlacken und den Körper belastenden Stoffe sowie mentale Trägheiten und Konflikte lassen diese Körpergegend schwer werden. Der obere Teil des Bauchbereichs dagegen ist das Energiezentrum des Körpers. Hier befindet sich der Sitz des Feuers - Agni genannt -, das Gleichgewicht verschafft, indem es Unreinheiten verbrennt und die für den Körper notwendigen Kräfte aus allem, was wir uns nehmen, herausholt - z.B. aus Speisen. Deshalb spielt das tiefe Ausatmen eine zentrale Rolle in der Yogapraxis. Wenn der Atem gleichmäßig fließt, wird eine gleichmäßige Körperbewegung möglich.

Jede vertiefte Ausatmung ist ein Hinführen der Unreinheiten, Mala, zum Feuer, Agni, hin. Sie verbrennt somit Schlacken und löst Blockaden körperlicher und psychischer Art in uns.

Das Einatmen ist naturgemäß etwas kürzer als das Ausatmen. Die Technik des langsamen Einatmens ähnelt der des Ausatmens. Lasse die Luft nur dosiert hineinströmen; Hals, Kiefer und Schulterraum bleiben dabei ruhig und unverkrampft. Die Atembewegung im Hals-, Brust- und Bauchraum sollte einheitlich sein. Beim Einatmen achte besonders darauf, dass du nicht noch Luft nachziehst, nachdem der gleichmäßige Fluss sein Ende erreicht hat. Versuche auch nicht die Luft einzuziehen, sondern versuche sie langsam hineinfließen zu lassen. Ein ruhiger und gleichmäßiger Ton weist auf ein richtiges Einatmen hin.

Ingeborg Wittler